Dass Niesen durch eine Reizung der Schleimhäute ausgelöst wird, war mir schon lange bewusst und dass eine Reizung durch Licht den photischen Niesreflex auslösen kann, war mir aus eigener Erfahrung bekannt. Neu war mir einzig, dass dieses Phänomen zwar seit Jahrhunderten erforscht wird, jedoch bis heute nicht abschliessend erklärt werden konnte. Bei meiner Recherche bin ich auf eine dritte mögliche Ursache gestossen, die mir sowohl in Theorie, als auch in Praxis absolut neu war: In einem BBC Online-Artikel vom Dezember 2008 lese ich von den Studien der Doktoren Mahmood Bhutta und Harold Maxwell zu Fällen, in denen der Reflex (bei Männern und bei Frauen) durch sexuelle Erregung ausgelöst wird.

Ich fragte mich in diesem Zusammenhang, ob Pfeffer eventuell auch aphrodisische Wirkungen zugeschrieben werden.

Im Verlauf der Geschichte wurden (und werden) unzähligen Substanzen eine Libido steigernde Wirkung nachgesagt. Beim Überfliegen dieser Listen, stosse ich auf bekanntes, wie zum Beispiel Austern, Muskatnuss und Spargeln. Teilweise muss ich staunen, wenn ich von scheinbar harmlosen Mitteln lese, wie: Karotten (wegen den Porphyrinen, die angeblich die Ausschüttung von Sexualhormonen fördern) oder Nudeln, Reis und Kartoffeln, deren Kohlenhydrate die Produktion des Glückshormons Serotonin anregen sollen. Andere Substanzen, wie zum Beispiel Tollkirsche und Schlafmohn sind hingegen alles andere als harmlos und ihre Wirkung geht weit über den Liebesrausch hinaus.

Wie erwartet, tauchen auch Pfeffer und Chili immer wieder auf: Die unreifen Früchte des langen Pfeffers werden als Gewürz und als Aphrodisiakum verwendet. Und Pfeffer ist auch Bestandteil der so genannten Fröhlichkeitspillen. Chili gilt erst ab höheren Dosierungen als Aphrodisiakum. Ich lese auch von Pfeffern, die mir absolut unbekannt waren: Piper betle, dessen Blätter in Indien sowohl als Aphrodisiakum, als auch zur Behandlung von Schlangenbissen verwendet werden. Der Rauschpfeffer, Kava Kav (Piper methysticum), der auf Samoa verwendet wird und der neben der anregenden Wirkung gar zu erotischen Visionen führen soll. Neu war mir auch Zanthoxylum (Szechuanpfeffer). Anscheinend wird dieser in Asien als aphrodisierendes Gewürz genutzt, Blätter und Samen werden als Teezubereitung konsumiert.

In Afrika, so lese ich weiter, wird die Pflanze als aphrodisierendes Räucherwerk genutzt. Und auch in Mexiko sei die stimulierende Wirkung dieses Pfeffers bekannt. Diese neuen Pfeffersorten regen meinen Wissensdrang an, bezüglich deren aphrodisierenden Wirkung, bin ich mehr als skeptisch. Wissenschaftlichen Untersuchungen halten diese Behauptungen nicht stand.

Wer mit Chili und Pfeffer experimentieren möchte, gebe ich folgenden Tipp aus der Online-Zeitschrift Freundin.de mit ins Bett: „…mit Spuren von Chili an den Fingern sollten Sie keinesfalls intimere Körperregionen berühren, sonst kann der scharfe Spaß äußerst schmerzhaft enden.“