China gehört zu den Grossen Sieben Pfefferexportländer und befindet sich auf Rang fünf mit einer Produktion von 34.000t im Jahr 2016. Die Kurve verläuft flach bis Mitte der 1980er Jahre. 1983 liegt sie bei bescheidenen 3.630t und erreicht dann fast ohne Schwankungen 34.000t im Jahr 2016.

Vereinfacht lässt sich die Kurve wie folgt beschreiben:
Über ungefähr zwanzig Jahre passiert mehr oder weniger nichts, dann in den 1980er Jahren beginnt ein Trend, in dessen Verlauf sich die Produktion innerhalb von plus-minus 35 Jahren fast verzehnfacht.
Die Pfefferkurve ähnelt dem Diagramm zu den chinesischen Exporten von Gütern und Dienstleistungen.
Auch diese verläuft bis zu Beginn der 1980er Jahre relativ flach und steigt dann zwischen 1980 und 2006 extrem an. Der Anteil des Exportes am Brutto Inlandsprodukt schiesst von 5% auf 36%, fällt dann 2009 auf 24% und geht dann 2011 auf 26% bevor es dann allmählich 2016 auf 20% sinkt.

Der Anstieg der Pfefferproduktion passt zu der allgemeinen Zunahme von Exporten.
Interessanterweise verhält sich die Kurve zur Wertschöpfung aus der Landwirtschaft gerade umgekehrt: Während die Landwirtschaft Anfang der 1960er Jahre noch ungefähr 40% des BIP ausmachte, beträgt deren Anteil heute noch knapp 8%.
Auf der Seite factfish.com fänden sich noch unzählige weitere Kurven zu Chinas Wirtschaft und Gesellschaft, die mit der Pfefferkurve verglichen werden könnten. Doch ich ziehe eine andere Perspektive hinzu, die der Geschichte:
1960-62 durchlief China eine schreckliche Wirtschaftskrise, die teils klimatisch aber vor allem politisch bedingt war. Liu Shaoqi übernahm von 1963-64 die Aufgabe, die Wirtschaft zu konsolidieren. Seine Massnahmen wurde kritisiert und 1966 lanciert Mao die Kulturrevolution, mit dem Anspruch, der Stagnation und Bürokratisierung des Landes entgegenzuwirken. Im Rahmen dieses kulturellen und politischen Umbruchs kam es auch zur Unterzeichnung des Shanghai-Kommuniqués (1972), einem Vertrag, der die Beziehungen zwischen China und den USA neu regelte und vor allem die wirtschaftliche Zusammenarbeit der beiden Grossmächte förderte. Maos Nachfolger Hua Guofeng führte die Politik seines Vorgängers weiter, bis dieser 1980 von Deng Xiaoping verdrängt wurde. Dieser Machtwechsel bewirkte keine grossartigen Fortschritte auf der Ebene der persönlichen und politischen Freiheiten, doch Dengs Politik markierte eine Abwendung von der Planwirtschaft hin zum so genannt Freien Markt. Ausländische Investitionen wurden zugelassen und das Land öffnete sich mehr und mehr dem internationalen Handel. Der Aufwärtstrend in der Pfefferproduktion (und des Exportes allgemein) beginnt in diesen Jahren. Zwischen 1979 und 1999 reduzierte sich die Zahl der Menschen unter der Armutsgrenze von 250 Millionen auf 45 Millionen. Während die Regierung 1988 die Privatwirtschaft noch als „Ergänzung“ der Sozialistischen Marktwirtschaft anerkannte, wurde sie ab 1999 als „wichtige Ergänzung“ zugelassen. Es folgten weitere Schritte in Richtung Privatisierung und Freier Markt und 2005 überschritt der Privatsektor erstmals die 50 %-Marke des BIP. Im selben Jahr übertraf China erstmals Japan als grösste Wirtschaftsmacht Asien. In ihrem Kleinen widerspiegelt die chinesische Pfefferkurve den historischen Prozess, mit dem China von einem revolutionären Entwicklungsland zu einem der wichtigsten Player des globalen Kapitalismus geworden ist.