Ich bin bei meiner Recherche zur Geschichte der Pfeffermühle über etwas gestolpert, das mir keine Ruhe lässt. Neben den Informationen zur Pfeffermühle als Küchengerät, habe ich den Begriff auch in anderen Zusammenhängen angetroffen. Da gibt es zum Beispiel zwei Kabarett-Ensembles, mit dem Namen die Pfeffermühle, respektive die Leipziger Pfeffermühle.

Die Pfeffermühle hatte am 1. Januar 1933 ihren ersten Auftritt in München. Bereits im September des selben Jahres ist das Ensemble aus verständlichen Gründen nach Zürich ins Exil geflohen. Die Gründer waren Klaus und Erika Mann sowie Therese Giehse und Magnus Henning.
Ich bin auch auf eines der wenigen noch existierenden, historischen Casinos von Las Vegas gekommen, dem Peppermill. Verunsichert hat mich jedoch ein Hotel in Deutschland, die Pfeffermühle in Schleiz, auf dessen Website ich eine Chronologie gesehen habe, auf der folgendes zu lesen war: «1760 Nutzung als Pfeffermühle, später Walkmühle und Walzquetschmühle». Einen Moment lang, dachte ich mir, dass diese Lokalnamen etwas mit Mühlen zu tun haben, die wie der Name zu sagen scheint, Pfeffer gemahlen haben. Entsprechend hätten dann die Ensembles den Namen ihres Stammlokals angenommen…

Das mag zwar plausibel tönen, doch eine etwas vertieftere Recherche ergab etwas anders: Den Namen des Ensembles die Pfeffermühle hat angeblich Thomas Mann erfunden, als er bei einem Familiengespräch über die Namensgebung auf die Pfeffermühle gezeigt und gefragt habe: «Wie wär’s denn damit?». Es hat also nichts mit einem Gebäude, einer ehemaligen Pfeffermühle oder so zu tun. Die Gleichnamigkeit der Leipziger Gruppe sei anscheinend zufällig.

Doch nun mal im Ernst: Kann 1760 im Südosten Thüringens der Bedarf nach gemahlenem Pfeffer so gross gewesen sein, dass dafür eine Mühle genutzt wurde? Das macht keinen Sinn.
Ich erkläre mir (zumindest vorläufig) den Namen folgendermassen: Die Pfeffermühle hat nichts mit Pfeffer zu tun, sondern im Wort Pfeffer versteckt sich hier das Wort Pfarrer oder Pfaffe.
In der Schleizer Pfeffermühle wurden weder Pfefferkörner noch Pfaffen gemahlen. Ich gehe vielmehr davon aus, dass diese Mühle im Besitz eines Klosters oder eines Pfarrhofes war und dass dort Getreide aus den eigenen Ländereien und eventuell auch aus den Abgaben, der Leibeigenen gemahlen wurden.

Anderseits, wäre das nicht das erste Mal, dass mich meine Intuition an der Nase durch das Pfefferland führt…